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  Geschichtliches, das alte Kassel: Bauwerke
Die meisten der gezeigten Bauwerke existieren nicht mehr, das landgräfliche Schloss fiel 1811 unter Jérôme einem Brand zum Opfer, andere Bauwerke wurden bei Luftangriffen im zweiten Weltkrieg zerstört, von der Lutherkirche blieb nur der Turm erhalten.


Auetor um 1895

Das Auetor
Das Auetor schloss damals den Friedrichsplatz in Richtung Südosten ab. Das Auetor wurde 1907 im Rahmen des Theaterneubaus neben das Regierungsgebäude versetzt. Am 22.Oktober 1943 wurde es beim Luftangriff total zerstört.
An der alten Stelle steht seit der documenta 6 im Jahre 1977 der so genannte Rahmenbau des Teams Haus-Rucker-Co, der eine Sicht auf Orangerie und Auepark bietet.


Residenzpalais am Friedrichsplatz

Das Residenzpalais
Das Residenzpalais entstand unter Kurfürst Wilhelm II. von Hessen-Kassel und ist das Hauptwerk des Architekten Johann Conrad Bromeis (1788-1855).
Das Residenzpalais, auch als Weißes und Rotes Palais bekannt, war bis zu seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg eines der bedeutendsten Schlösser aus der Zeit des Klassizismus und Empire in Deutschland. Heute erinnert nur mehr der Portikus an den einstigen Glanz.


Lutherkirche um 1895

Die Lutherkirche
Die neugotische Kirche am Lutherplatz wurde 1889 durch den Architekten Hugo Schneider erbaut. Das Kirchenschiff wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Der Turm ist noch erhalten.


Staatstheater, eröffnet am 26.8.1909, zerstört am 22.10.1943
Das Staatstheater
Am 26. August 1909 wurde das neue königliche Staatstheater in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. eröffnet. Auf Wunsch des Kaisers spielte man die Oper "Undine" von Lortzing. Der Theaterneubau war nach den Plänen des Kasseler Architekten Anton Karst und entscheidender Mitarbeit des Architekten Hans Fanghärtel in dreijähriger Bauzeit entstanden (Kaiser Wilhelm II. selbst hatte auf den Bauplänen Änderungen an der Fassade eingetragen, die natürlich umgesetzt wurden).
Beim Luftangriff am 22. Oktober 1943 wird das Gebäude weitestgehend zerstört, trotz Einwände der Bevölkerung wird es nach dem Krieg abgerissen.


Regierungs- und Gerichtsgebäude um 1895

Das Regierungsgebäude
1880 wurde das Regierungsgebäude an Stelle des Landgrafenschlosses von den Preußen gebaut. Am 22.Oktober 1943 wurde es beim Luftangriff total zerstört.


Zwehrenturm
Der Zwehrenturm
Der Zwehrenturm, auch Zwehrener Turm genannt, ist ein Überbleibsel der ehemaligen Stadtbefestigung Kassels, die zwischen 1767 und 1774 abgetragen wurde. Er wurde im Jahr 1330 im gotischen Stil erbaut und diente als Stadttor in Richtung Frankfurt. Bis ins 17. Jahrhundert war im unteren Teil des Turms ein Gefängnis für Verbrecher besserer Stände eingerichtet, die meist aus dem Umfeld des hessischen Hofes kamen.
Das in seinen Außenmauern bis auf Fensteröffnungen und Dachgeschoss unveränderte Bauwerk trug ursprünglich eine pyramidale Haube. In der engen Durchfahrt des Tores ereigneten sich immer wieder schwere Unfälle, so dass man 1597 das "Neue Tor" in der Nähe des heutigen Königsplatzes erbaute und das Zwehrener Tor schloss. Bis 1639 durchfloß die Drusel das Tor und ergoß sich dort in den Befestigungsgraben. Wohl im Zuge von Umbauarbeiten wurde 1554 ein landesherrliches Wappenrelief an der Ostfront angebracht.
Im Jahr 1709 ließ Landgraf Karl den Turm zu einer Sternwarte mit drehbarer Kuppel umbauen. Die bisherige Sternwarte im Landgrafenschloß wurde in den Zwehrenturm verlagert. Wie stark der Zwehrenturm noch genutzt wurde, nachdem 1714 die Sternwarte im Bellevue erbaut war, ist unklar. Die durch Laufräder und eine Handkurbel drehbare Kuppel soll sich wegen ihrern starken Schwankungen nicht bewährt haben. Das Drehwerk wurde später in die Kuppel des Ottoneums eingebaut.
Landgraf Friedrich II. ließ im Jahr 1779 die Sternwarte mit dem neu erbauten Fridericianum verbinden. Der Kuppelhelm wurde abgebrochen und von Simon Louis du Ry durch den heute noch vorhandenen oktogonalen Observatoriumsraum ersetzt. Die Glocken des Turms wurden dabei in den neuen Dachreiter der Garnisonkirche versetzt.