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 Geschichtliches: chronologisch 913 - 1600
Jahr Ereignis
913 Die Existenz eines Königshofes Kassel wird erstmals in zwei in Kassel ausgefertigten Urkunden von König Konrad I. erwähnt, in denen er dem Stift zu Hersfeld die Immunität und dem Nonnenkloster Meschede in Westfalen die Privilegien bestätigte.
1008 Kaiser Heinrich II. übergibt den Kasseler Königshof seiner Gemahlin Kunigunde als Ersatz für das Reichsgut Bamberg in Franken, das sie besaß und den Bistumsplänen des Königs zur Verfügung stellen musste.
1017 Kunigunde, inzwischen Kaiserin, gründet das Nonnenkloster Kaufungen, dessen Grund damals zum Königshof Kassel gehörte. Kurze Zeit später wird der Hof jedoch wieder zum Königsgut zurückgenommen, dem Kloster blieben nur noch die zum Hof gehörenden Einkünfte einiger benachbarter Dörfer. 1033 stirbt sie im Kloster Kaufungen.
1121 Der Hof und die dazugehörige Siedlung wurde von den damaligen Grafen im Hessengau, die zur Familie der Werner gehörten, verwaltet. 1121 beerben die Gisonen (Grafen von Gudensberg) die Grafen Werner und schon ein Jahr später kommt die Grafschaft über die Erbtochter Hedwig an die Ludowinger. Diese werden 1130 Landgrafen von Thüringen und behandeln die Grafschaft Hessen fortan als Nebengebiet. Es handelt sich hierbei um das südwestlich von Kassel und Maden gelegene Gebiet mit dem Hauptort Gudensberg.
1143 Am Weißenstein (heutiges Wilhelmshöhe) wird ein Kloster mit Zustimmung des Erzbistum Mainz unter der Vogtei der Schaumburger gegründet.
1148 Heinrich Raspe II., ein jüngerer Sohn des Landgrafen Ludwig, Herr der landgräflichen Teile Hessens, und seine Mutter Hedwig gründen ein Kloster über dem linken Ufer des alten Ahnalaufs (Kloster Ahnaberg).
1152 erteilen König Konrad III. und 1154 Friedrich I. Barbarossa ihre Genehmigung. Die Kirche in Kassel wird dem Probst des Klosters unterstellt.
1189 Eine Urkunde aus diesem Jahr belegt, dass Kassel Stadtrechte besitzt. Einen Beleg über die Verleihung gibt es nicht.
1200 Noch vor 1200 nimmt man die die Schaffung einer eigenständigen Gerichtsbarkeit an.
1225 An der Spitze der Stadt steht ein Schultheiß mit einem sechsköpfigen Schöffenkollegium. Schultheiß ist Udelrich, Konrad Muka, Siegebodo, Arnold von Donin, Hartung Berwigs Sohn, Tragebodo und Siegfried sind die Schöffen. Ihre Hauptaufgabe ist die Rechtssprechung.
1247 1247 stirbt Landgraf Heinrich Raspe IV. von Thüringen. Seine Nichte Sophie, Tochter der heiligen Elisabeth und Gemahlin Herzogs Heinrich II. von Lothringen und Brabant, behauptet Hessen als eigene Landgrafschaft für ihren 1244 geborenen Sohn Heinrich (das Kind von Brabant) im thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg (1247-1264) und wird dabei von dem Markgrafen von Meißen, der die thüringischen Gebiete und die sächsischen Pfalzgrafschaft geerbt hatte, gegen den Mainzer Erzbischof unterstützt, der das Gebiet als erledigtes Lehen einziehen will.
Erst 1263 weist das Erzstift Mainz im Rahmen eines Vergleichs Heinrich die "erzstiftischen Lehen" zu.
1262 Heinrich beruft die Karmeliterbrüder nach Kassel, es wird die zweite Niederlassung des Ordens.
1266 Heinrich kann 1265 zu den bisherigen Gütern zwischen Wolfhagen, Zierenberg, Eschwege, Wanfried, Alsfeld, Grünberg, Frankenberg und Biedenkopf einen Teil der Grafschaft Gleiberg mit Gießen von den Pfalzgrafen von Tübingen erwerben.
1269 Erste Nennung des Zwehrener Tors in Kassel.
1277 Heinrich macht Kassel 1277 zu seiner Residenz und nennt sich Landgraf von Hessen.
Bau einer neuen landgräflichen Burg. Mit der Burg entsteht am rechten Fuldaufer direkt an der Brücke ein neuer Stadtteil: die Neustadt mit eigenem Markt und Kirche, der Magdalenenkirche.
Landgraf Heinrich kann seine Position gegen den Mainzer Erzbischof während seiner Regierungszeit wahren, den er 1280 bei Fritzlar besiegt.
1292 Die Klosterkirche des Karmeliterordens, die Brüderkirche, wird gebaut.
Am 12.Mai 1292 wird Landgraf Heinrich I. von König Adolf von Nassau in den Reichsfürstenstand erhoben, womit die Vormachtstellung innerhalb Hessens als führende weltliche Macht bestätigt wird.
1297 Am Elisabethentag, dem 19.11., gründet Mechthild von Kleve, zweite Ehefrau des Landgrafen, das Elisabeth-Hospital. Es ist ein Spital für Menschen, die an ansteckenden Krankheiten leiden.
1325 Auf dem Marställer Platz wächst der Neubau der Pfarrkirche für die Altstadt empor. Die Kirche wird dem heiligen Cyriakus geweiht.
1328 Die Position der Mainzer Erzbischöfe wird durch die drei Schismen von 1328, 1346 und 1374 geschwächt, bei denen jeweils 2 Kandidaten um den Erzstuhl kämpfen.
Hieraus ziehen die Landgrafen von Hessen ihren Nutzen.
Kaiser Ludwig beruft 1328 Balduin von Luxemburg zum Erzbischof, während der Papst Heinrich von Virneburg ernennt.
In der folgenden Auseinandersetzung schlägt sich Heinrich schließlich auf die Seite des Kaisers, um die Reichsinteressen zu wahren. Hierauf ernennt der Papst Gerlach von Nassau mit Hilfe des Gegenkönigs Karl IV.
Die Hessen ergreifen die Partei Gerlachs und besiegen Heinrich von Virneburg 1347 bei Fritzlar. Diese Unterstützung kostet Mainz die hessischen Lehen und die Anerkennung der hessischen Vorherrschaft im Reinhardtswald.
1330 Landgraf Heinrich II.(der Eiserne) gründet einen neuen Stadtteil: die Freiheit. Bürgern, die sich hier ansiedeln, werden für eine bestimmte Zeit die steuerlichen Abgaben erlassen.
1331 Der Chor der im Bau befindlichen Brüderkirche ist fertiggestellt und wird geweiht.
1334 Im Auftrag Landgraf Heinrichs II. von Hessen wird Wolfram von Eschenbachs Dichtung "Willehalm von Oranse" in einem kunstvoll gestalteten Band niedergeschrieben. Diese Pergamenthandschrift wird heute noch in der Landesbibliothek und Murhardschen Bibliothek der Stadt Kassel verwahrt.
1337 Landgraf Heinrich II. bestätigt den Kaufgilden schriftlich Rechte und Freiheiten, der Handel mit bestimmten Gütern ist ausschließlich den Mitgliedern der Kaufgilde vorbehalten.
1342 Das Fuldahochwasser richtet in der Neustadt große Schäden an, sogar der Altar der Magdalenenkirche wird überspült.
1349 Kassel wird von der Pest heimgesucht, über 1000 Menschen sterben.
1356 über die Fulda wird eine neue Brücke gebaut. Finanziert wird diese durch Erhebung eines Brückenzolls.
1364 Der Bau einer Hauptkirche für die Gesamtstadt wird begonnen: die Martinskirche.
Landgraf Heinrich II. beschließt zusammen mit seinem Sohn Otto, mit der Kirche St.Martin ein Kollegiatstift von 12 Kapitularen zu verbinden.
1367 Der Bau der Martinskirche ist soweit fertig gestellt, dass sie geweiht werden kann.
1374 Zu einer weiteren Auseinandersetzung kommt es, als nach Gerlachs Tod 1374 der Papst versucht, Landgraf Ludwig von Meißen auf den Mainzer Erzstuhl zu setzen, das Mainzer Domkapitel jedoch Adolf von Nassau wählt.
Hieraus kann Heinrich II. jedoch keinen Nutzen ziehen, da er auf der Seite Ludwigs steht, der Verlierer der Auseinandersetzung ist. Zudem verliert Landgraf Heinrich II. (1328 - 1376) früh seinen Sohn Otto (1366) und nimmt 1367 seinen Neffen Hermann II. zum Mitregenten.
Hiergegen erhebt Otto von Braunschweig als Enkel Landgraf Heinrichs I. Einspruch. Mit Otto verbündet sich der Ritterbund der Sterner, ein 1370 gegründeter Adelsbund unter der Leitung Graf Gottfrieds von Ziegenhain.
Die bedrohliche Lage für Hessen kann durch eine Erbverbrüderung mit den Markgrafen von Meißen gemeistert werden, die von Kaiser Karl IV. bestätigt wird. Hierdurch wird die gesamte Landgrafschaft Hessen zum reichslehenbaren Fürstentum, während vorher die Fürstenwürde nur auf den Reichslehen Eschwege und Boyneburg ruhte.
1377 Der Sternerbund ist dieser Lage nicht mehr gewachsen, doch stellt sich nun Erzbischof Adolf von Mainz gegen Hessen und bildet eine starke Koalition gegen die Landgrafschaft. Die Hauptstadt Kassel wird in den Jahren 1385, 1387 und 1388 belagert und Hessen muss sich harten Bedingungen unterwerfen und verliert für Jahre die von seinen Gegnern eroberten Städte.
Noch im Jahre 1377 scheidet Landgraf Heinrich II. (der Eiserne) aus dem Leben.
Die Kämpfe mit Braunschweig, dem sogenannten Sternerkrieg, haben die Kassen des Landes und des Landgrafen weitestgehend geleert.
Landgraf Hermann entschließt sich zur Erhebung einer neuen Steuer auf alle eingeführten Lebensmittel, Kleiderstoffe und Metallwaren.
Dies erregt den Unmut der Bürger und des Adels. Am 11. Januar treten die Abgeordneten der Städte Niederhessens und der Werralandschaft im Altstädter Rathaus zusammen und vereinbaren, diese Steuer unter allen Umständen zu verweigern. Dieser Konflikt zieht sich über mehrere Jahre hin.
1378 Die Bürger lösten die Sonderverwaltung der drei Kasseler Städte auf, die Altstadt, die Neustadt und die Freiheit wurden zu einer Stadt zusammengefasst.
Der neue Bund der Städte schließt sich dem Adel an und besetzte das landgräfliche Schloss. Im Mai vermittelt Landgraf Balthasar von Thüringen einen Vergleich im Steuerstreit.
1384 Landgraf Hermann (der Gelehrte) erlässt eine neue Verfassung, in der die Stadt vollends ihre Selbständigkeit verliert und er sich selbst zum unumschränkten Herrscher macht. Die Bürger wenden sich in ihrer Not an den Landgrafen Balthasar von Thüringen.
1385 Landgraf Balthasar von Thüringen verbündet sich mit dem Herzog von Braunschweig und mit dem Erzbischof von Mainz, bis 1400 greifen die verbündeten Truppen 3mal die Stadt an, werden aber immer wieder zurückgeschlagen.
1391 Um Landgraf Hermanns Macht gegenüber dem Bürgertum zu festigen, werden Kasseler Patrizier, meist Ratsherren, in einem Hochverratsprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.
1394 Eine Wende tritt ein, als 1390 der Mainzer Erzbischof Adolf stirbt und 1394 ein Ausgleich im Frankfurter Frieden mit seinem Nachfolger Konrad erreicht werden kann. Die Lage ändert sich endgültig, als 1400 Herzog Friedrich von Braunschweig bei Fritzlar durch Mainzer Truppen ermordet wird. Hermann schließt den günstigen Friedberger Frieden mit Mainz.
1395 Die Stadt Kassel erhält vom Landgrafen die Berechtigung, Bier zu brauen und auch auszuschenken.
1399 Trotz der Auseinandersetzungen kann Hessen in dieser Zeit territoriale Gewinne verzeichnen, so kann Hermann 1399 Ulrichstein und kurz darauf Schotten am Vogelsberg, 1402 Hauneck, 1406 Vacha und 1408 einen weiteren Teil der Herrschaft Itter vereinnahmen.
1404 Unter der Führung des Grafen von Waldeck wird Kassel belagert, 12 Dörfer in der Umgebung werden verwüstet.
1404 Am Altstädter Marktplatz (Altmarkt) wird die Stadtwaage gebaut.
1412 Kassel wird erneut von der Pest heimgesucht.
1413 Der Landgraf erläßt ein neues Stadtrecht für Kassel.
Landgraf Hermann (der Gelehrte) scheidet aus dem Leben, Nachfolger wird Ludwig I., der als einziger von 4 Söhnen seinen Vater überlebte.
1415 Bau des Druselturmes zu Sicherung der Schwachstelle in der Stadtmauer, wo der Druselkanal in die Stadt geführt wird.
1419 Hermanns Sohn Landgraf Ludwig I. (der Friedfertige) gelingt es, die verloren gegangenen Städte 1419 und 1433 zurück zu erobern.
1421 Alle Handwerksleute erhalten neue Zunftbriefe, der Ihnen Freiheiten garantierten. An der Fulda wird ein "Stadthaus" (Hochzeitshaus) errichtet, ein städtisches Haus für Festlichkeiten.
1427 Landgraf Ludwig I. gelingt es, den endgültigen Sieg über das Erzbistum Mainz in Entscheidungsschlachten am 23. Juli 1427 bei Fritzlar und am 10. August 1427 bei Fulda zu erringen.
Der Frankfurter Friede bestätigt die Entscheidungen und weist endgültig die Machtansprüche von Mainz zurück.
1427 Landgraf Ludwig unternimmt eine Wallfahrt zum heiligen Grab nach Jerusalem und bringt einen Splitter des heiligen Kreuzes mit zurück. Die Reliquie übergibt er der Martinskirche.
1440 Während des Gottesdienstes stürzt das Gewölbe des Hauptschiffes der Martinskirche an der Südseite ein. Mehrere Menschen werden getötet.
1448 Das Stadthaus an der Fulda erfährt einen Neubau der oberen Stockwerke, gleichzeitig werden, um für einen neuen Brückenbau Patz zu schaffen, die Anbauten abgerissen.
1452 Die Martinskirche ist wieder eingewölbt
1458 Nach dem Tode seines Vaters muss Ludwig II. seinem Bruder Heinrich nach einigen Kämpfen Oberhessen überlassen und sich mit Niederhessen begnügen.
1463 Der Friedensvertrag vom 5. Oktober 1463 bestätigt weitestgehend die hessischen Gebietsgewinne, obwohl Landgraf Heinrich auf der Seite des Verlierers gestanden hat.
Landgraf Ludwig II. hat in den nächsten Jahren noch einige Auseinandersetzungen mit dem Fürstbistum Paderborn, was seinen Einfluss im Diemelgebiet stärkt.
1466 Anstelle der fast 200 Jahre alten Burg lässt Landgraf Ludwig II. einen neuen Schloßbau errichten "mit einem gewaltigen steinern Fuß, hölzern Stockwerk, hübschen Spitzen und Zinnen".

1472 Landgraf Wilhelm I. (der ältere) übernimmt die Regentschaft. Die Stadt Kassel zählt 843 selbstständige Haushalte, insgesamt ohne Hof und Geistlichkeit 4500 Einwohner.
1475 Landgraf Wilhelm richtet im Schloss die nachweislich erste Apotheke ein.
1483 Der erste Turm der Martinskirche ist bis zum 2. Umgang fertig gestellt.
1493 Nach einer Pilgerfahrt in das heilige Land kommt Landgraf Wilhelm körperlich und geistig gebrochen zurück und übergibt seinem Bruder Wilhelm II. die Regierungsgeschäfte.
1495 In Kassel grassiert wieder einmal die Pest. Fast 1200 Menschen verlieren ihr Leben.
1500 Landgraf Wilhelm II. setzt ein Hofgericht ein, dem Vorläufer des späteren Oberlandesgerichts.
Das Landgrafenschloss wird zur Fulda hin um den Rothensteinflügel erweitert.
1502 Landgraf Wilhelm II. lässt die ersten hessischen Taler mit der Figur der heiligen Elisabeth schlagen.
Er gründet am Hof ein Orchester.
1509 Beim Tod von Landgraf Wilhelm II. war sein Sohn Philipp gerade 5 Jahre alt. Die Ansprüche seiner Mutter auf die Regentschaft erkennen die Stände nicht an. Diese weiß schließlich die Regentschaft zu erzwingen.
1512 Die 1356 gebaute hölzerne Fuldabrücke wird durch eine Steinbrücke ersetzt.
1518 Landgraf Philipp übernimmt bereits als 14-jähriger, vom Kaiser Maximilian für volljährig erklärt, die Regentschaft.
1526 Ein von Landgraf Philipp einberufener Landtag in Homberg/Efze beschließt die Einführung der evangelischen Lehre in ganz Hessen.
Die Altstädter Pfarrkirche (Cyriakuskirche) wird abgerissen.
1527 Landgraf Philipp der Großmütige gründet die erste evangelische Universität in Marburg. Klöster und Stifte lässt er auflösen. Deren Vermögen bestimmt er für den Bau neuer Hospitäler und Studienhäuser. Das Kollegiatstift St. Martin wird erweitert zu einer geistigen Schule.
1531 Am 27. Februar 1531 schließen sich vorwiegend protestantische Fürsten und Städte in Schmalkalden zum "Schmalkaldischen Bund" zusammen. Zweck des Bündnisses ist die Verteidigung der protestantischen Sache gegen die drohende Reichsexekution (Augsburgischer Reichstagsabschied von 1530). Beteiligt sind
- Landgraf Philipp I. von Hessen,
- Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen,
- die Herzöge Philipp von Braunschweig-Grubenhagen (*1476, +1551) und
  Ernst von Braunschweig-Lüneburg,
- die Grafen von Anhalt-Bernburg und Mansfeld sowie
- drei nieder- und acht oberdeutsche Reichsstädte.
1533 Die "Verf. zur eilenden Hilfe und Gegenwehr" des schmalkaldischen Bundes von 1533 setzt den Landgrafen von Hessen und den Kurfürsten von Sachsen als Bundeshauptleute ein, die nach Beschluss der Bundesversammlung die Streitmacht des Bundes zur Verteidigung des Glaubens ins Feld zu führen haben.
1540 Philipp nötigt die Reformatoren, ihn ein zweites Mal zu trauen, er heiratet in Rotenburg/Fulda in zweiter Ehe Margarete von der Saale. Die Doppelehe des Landgrafen Philipp und die aus ihr folgenden reichsrechtlichen Schwierigkeiten schwächen den schmalkaldischen Bund.
1546 Nach dem Frieden von Crépy (1544) kann Kaiser Karl V. offen gegen den schmalkaldischen Bund vorgehen und die Bundeshauptleute, Philipp I. von Hessen und Johann Friedrich I. von Sachsen, in die Reichsacht erklären.
1547 1547 kommt es zum schmalkaldischen Krieg gegen Kaiser Karl V. Der schmalkaldische Bund erleidet in der Schlacht auf der Lochauer Heide bei Mühlberg/Elbe (24.4.1547) eine schwere Niederlage. Philipp muss nach einem Kniefall vor dem Kaiser in eine fünfjährige Gefangenschaft, für deren Aufhebung sich seine erste Ehefrau Christina beim Kaiser einsetzt.
In Kassel erscheint der kaiserliche Kommissar Graf Reinhard zu Solms, um die vertragsmäßige Schleifung sämtlicher Festungsbauten anzuordnen.
1548 Bis zu 3000 Menschen arbeiten täglich an der Zerstörung der Festungsanlagen.
1552 Philipp kehrt aus der Gefangenschaft zurück und ordnet als Erstes den Wiederaufbau der Festungsanlagen an.
1559 Fertigstellung der Festungsanlagen
1565 Der Südturm der Martinskirche ist vollendet, in ihm hängt die 1441 gegossene Osannaglocke aus der 1526 abgebrochenen Cyriakuskirche.
1567 Nach dem Tode von Landgraf Philipp erhält sein Sohn Landgraf Wilhelm IV. etwa die Hälfte des Landes mit der Landeshauptstadt Kassel, während sich seine weiteren drei Söhne den Rest teilen müssen. Ursprünglich hatte er seinen befähigsten Sohn, Landgraf Wilhelm IV., zum Erben ganz Hessens eingesetzt, doch 1562 setzte er jeden seiner vier Söhne zu Erben ein. Die von Philipp geschaffenen Seitenlinien Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels starben zwar bald aus, aber Hessen hat durch die Teilung in Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt über die Jahrhunderte hinweg eine nachhaltige Schwächung erfahren.
1571 Umbau der Festungsanlagen, ursprünglich runde Bastionen wurden abgerissen und in Dreiecksform wieder aufgebaut. Kasematten wurden angelegt. Der Festungsbau, der 14 Tonnen Gold gekostet haben soll, wurde geleitet durch den sächsischen Ingenieur Graf Rochus von Lynar (baute später die Festungsanlagen von Stettin und Spandau).
1571 Im Habichtswald wird der erste Stollen zur Förderung von Braunkohle in den Berg getrieben.
1573 Bau des Renthofs (Fertigstellung 1583) als Arsenal und Fruchtmagazin.
1578 An der Fulda entsteht ein Kanzlei- und Kollegienhaus in dem die zentrale Verwaltung der Landgrafschaft untergebracht wird.
Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde es als Kulissenmagazin des Staatstheaters 1959 wieder aufgebaut.
1580 Der Umbau der Festungsanlagen ist abgeschlossen.
1580 Auf der Schlagd wird ein Salzhaus errichtet, es dient der Lagerung des Salzes aus Sooden-Allendorf.
1581 Im Auftrag des Landgrafen planen und bauen Rochus von Linar und Christoph Müller das Zeughaus.
1584 Der Umbau des landgräflichen Schlosses wird abgeschlossen. Es erhält unter Wilhelm IV. die Gestalt, die es bis zur Zerstörung am Anfang des 19.Jahrhunderts hatte.
1587 Umbau des Elisabeth-Hospitals. Das neue Tor wird eröffnet, es ersetzt das verkehrtechnisch problematische Zwehrentor.
1591 Bau des Marstall, im oberen Stock wurde die Kunstkammer und die Bibliothek des Landgrafen untergebracht.
1592 Landgraf Wilhelm IV.(der Weise) scheidet am 15.08.aus dem Leben, die Regentschaft geht auf seinen Sohn Moritz (dem Gelehrten) über. Landgraf Moritz war ein Freund großer Ritterspiele, Aufzüge und Allegorien.
1594 Landgraf Moritz genehmigt dem Buchdrucker Wilhelm Wessel, eine Druckerei zu betreiben, es ist die erste in Kassel.
1598 Landgraf Moritz gründet das "Collegium Mauritianum", eine Bildungsstätte, die nach antikem Vorbild mit körperlicher Ertüchtigung, klassischer Bildung und musischer Unterrichtung dem Müßiggang und der "Rauflust" vorbeugen soll.
1599 In Kassel leben 5265 Einwohner.

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