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  Geschichtliches, Landgrafen: Heinrich II., Landgraf von Hessen (der Eiserne)
Geboren vor 1302; nach dem Tode seines Vaters, Landgraf Heinrich I., übernimmt Heinrich II. die Regentschaft.
Er regiert zusammen mit seinen Brüdern Ludwig I. auf Grebenstein und Hermann I. auf Nordeck.
Kaiser Ludwig beruft 1328 Balduin von Luxemburg zum Erzbischof von Mainz, während Papst Clemens VI. Heinrich III. von Virneburg ernennt. Landgraf Heinrich II. stellt sich auf die Seite des Kaisers, um die Reichsinteressen zu wahren. Hierauf ernennt der Papst Gerlach von Nassau zum Mainzer Erzbischof
Heinrich II. ergreift die Partei Gerlachs und besiegt Heinrich von Virneburg 1347 bei Fritzlar. Diese Unterstützung kostet Mainz die hessischen Lehen und die Anerkennung der hessischen Vorherrschaft im Reinhardtswald.
Zu einer weiteren Auseinandersetzung kommt es, als nach Gerlachs Tod 1374 der Papst versucht, Landgraf Ludwig von Meißen auf den Mainzer Erzstuhl zu setzen, das Mainzer Domkapitel jedoch Adolf von Nassau wählt.
Hieraus kann Hessen jedoch keinen Nutzen ziehen, da es auf der Seite Ludwigs steht, der Verlierer der Auseinandersetzung ist. Zudem verliert Landgraf Heinrich II. früh seinen Sohn Otto (1366) und nimmt 1367 seinen Neffen Hermann zum Mitregenten.
Hiergegen erhebt Otto von Braunschweig als Enkel Landgraf Heinrichs I. Einspruch. Mit Otto verbündet sich der Ritterbund der Sterner, ein 1370 gegründeter Adelsbund unter der Leitung Graf Gottfrieds von Ziegenhain.
Die bedrohliche Lage für Heinrich II. kann durch eine Erbverbrüderung mit den Markgrafen von Meißen gemeistert werden, die von Kaiser Karl IV. bestätigt wird. Hierdurch wird die gesamte Landgrafschaft Hessen zum reichslehenbaren Fürstentum, während vorher die Fürstenwürde nur auf den Reichslehen Eschwege und Boyneburg ruhte.
Am 3. Juni 1376 scheidet Landgraf Heinrich II. (der Eiserne) aus dem Leben.

Kassel:
Landgraf Heinrich II. gründet 1330 einen neuen Stadtteil: die Freiheit. Bürgern, die sich hier ansiedeln, werden Abgaben erlassen.
Im Auftrag Landgraf Heinrichs II. wird im Jahre 1334 Wolfram von Eschenbachs Dichtung "Willehalm von Oranse" in einem kunstvoll gestalteten Band niedergeschrieben. Diese Pergamenthandschrift wird heute noch in der Landesbibliothek und Murhardschen Bibliothek der Stadt Kassel verwahrt.
1343 wird mit dem Bau der Martinskirche auf der Kasseler Freiheit begonnen. Der Mainzer Weihbischof verspricht all denen, die beim Bau der Kirche helfen, einen Ablass.
über die Fulda wird 1356 eine neue Brücke gebaut. Finanziert wird diese durch Erhebung eines Brückenzolls.
Landgraf Heinrich II. beschließt zusammen mit seinem Sohn Otto, mit der Kirche St.Martin ein Kollegiatstift von 12 Kapitularen zu verbinden.