Valid XHTML 1.0 Transitional
259358
  Geschichtliches, Landgrafen: Hermann, Landgraf von Hessen (der Gelehrte)
Landgraf Hermann (II./III.?) (der Gelehrte) von Hessen wurde 1341 als Sohn des Landgrafen Ludwig I. (Bruder von Landgraf Heinrich II.) auf Burg Grebenstein geboren.
Er studiert in Paris und Prag. Nach dem Tode von Otto, Landgraf Heinrichs Sohn, beruft dieser ihn 1367 zum Mitregenten.
Die Kämpfe mit Braunschweig um die Nachfolge des Landgrafen Heinrich II., dem sogenannten Sternerkrieg, hatten die Kassen des Landes und des Landgrafen weitestgehend geleert.
Landgraf Hermann, Nachfolger und Neffe des Landgrafen Heinrich II., entschließt sich zur Erhebung einer neuen Steuer auf alle eingeführten Lebensmittel, Kleiderstoffe und Metallwaren.
Dies erregt den Unmut der Bürger und des Adels. Am 11. Januar 1377 treten die Abgeordneten der Städte Niederhessens und der Werralandschaft in Kassel im Altstädter Rathaus zusammen und vereinbaren, diese Steuer unter allen Umständen zu verweigern. Dieser Konflikt zieht sich über mehrere Jahre hin.
Die Bürger lösten 1378 die Sonderverwaltung der drei Kasseler Städte auf, die Altstadt, die Neustadt und die Freiheit wurden zu einer Stadt zusammengefasst.
Der neue Bund der Städte schließt sich dem Adel an und besetzt die landgräfliche Burg.
Im Mai 1378 vermittelt Landgraf Balthasar von Thüringen einen Vergleich.
Landgraf Hermann der Gelehrte erlässt 1384 eine neue Verfassung, in der die Stadt Kassel vollends ihre Selbständigkeit verliert und er sich selbst zum unumschränkten Herrscher macht. Die Bürger wenden sich in ihrer Not an den Landgrafen Balthasar von Thüringen.
Landgraf Balthasar von Thüringen verbündet sich mit dem Herzog von Braunschweig und mit dem Erzbischof von Mainz, bis 1400 greifen die verbündeten Truppen 3mal die Stadt an, werden aber immer wieder zurückgeschlagen.
Eine Wende tritt ein, als 1390 der Mainzer Erzbischof Adolf stirbt und 1394 ein Ausgleich im Frankfurter Frieden mit seinem Nachfolger Konrad erreicht werden kann. Die Lage ändert sich endgültig, als 1400 Herzog Friedrich von Braunschweig bei Fritzlar durch Mainzer Truppen ermordet wird. Hessen schließt den günstigen Friedberger Frieden mit Mainz.
Trotz der Auseinandersetzungen kann Hessen in dieser Zeit territoriale Gewinne verzeichnen, so kann Hermann II. 1399 Ulrichstein und kurz darauf Schotten am Vogelsberg, 1402 Hauneck, 1406 Vacha und 1408 einen weiteren Teil der Herrschaft Itter vereinnahmen.
Landgraf Hermann der Gelehrte scheidet am 24.Mai 1413 aus dem Leben.