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  Geschichtliches, Landgrafen: Karl, Landgraf von Hessen-Kassel
Landgraf Karl wurde am 3. August 1654 am 3. Aug. 1654 als Sohn des Landgrafen Wilhelm VI. von Hessen-Kassel und Hedwig Sophia, Tochter des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg, in Kassel geboren. Als jüngerer Bruder des Landgrafen Wilhelm VII. übernimmt er nach dessen Tod 1670 die Regentschaft, bis 1675 wie sein Bruder unter der Vormundschaft seiner Mutter Hedwig Sophie von Brandenburg.
Landgraf Karl heiratet Maria Amalia von Kurland.
1685 erläßt Karl die so genannte "Freiheitskonzession", die den aus Frankreich vertriebenen Hugenotten und Waldensern freie Ansiedlung sowie eigene Kirchen und Schulen zusichert. Kassel nimmt in der Zeit von 1685-87 etwa 800 Glaubensflüchtlinge auf. Diese werden zumeist in der Altstadt angesiedelt.
1688 Feldzug des Landgrafen Karl gegen Frankreich, das die Pfalz zerstört hatte.
1699 gründete Karl die Stadt Sieburg (seit 1715 Karlshafen, heute Bad Karlshafen) und siedelte auch dort Waldenser und Hugenotten an.
Landgraf Karl stirbt am 23.3.1730 in Kassel und wird in der Gruft der Martinskirche beigesetzt.

Kassel:
Im Auftrag des Landgrafen beginnt Paul du Ry, ein in Paris geborener Architekt, 1698 mit der Planung eines neuen Stadtteils für die Hugenotten, der Oberneustadt.
Der Grundstein für die neue Kirche in der Oberneustadt wird gelegt.
Landgraf Karl gibt 1701 den Auftrag zum Bau des Orangerieschlosses auf der Aueinsel.
Die Planungen des Baues eines Riesenschlosses auf dem Weißenstein durch den aus Rom stammenden Architekten Giovanni Francesco Guerniero beginnen.
1709: Gründung des "Collegium Carolinum", einem Vorläufer der späteren Gewerbeschulen.
Um die wirtschaftlichen Kräfte zu stärken, wird 1710 eine Kommerzienkammer ins Leben gerufen.
1711 erfolgt die Fertigstellung des Orangerieschlosses, Beginn der Bauarbeiten an der Parkanlage, der heutigen Karlsaue. Das Riesenschloss auf dem Weißenstein wird 1717 mit dem Aufsetzen der vom Augsburger Goldschmidt Anthoni in Kupfer getriebenen Herkulesstatue fertig gestellt.
1722: Bau des dem Orangerieschloss vorgelagerten Marmorbads.