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  Geschichtliches, das alte Kassel: Landgrafenschloss

Das landgräfliche Schloss
Anstelle einer fast 200 Jahre alten Burg lässt Landgraf Ludwig II. 1466 einen neuen Schlossbau errichten "mit einem gewaltigen steinern Fuß, hölzern Stockwerk, hübschen Spitzen und Zinnen". Um 1500 wird das Schloss zur Fulda hin um den Rothensteinflügel erweitert.
In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag, den 24.11.1811, schlugen plötzlich Flammen aus dem Schloss.
Napoleons Bruder, Jérôme, residierte zu dieser Zeit als König von Westfalen im Landgrafenschloss. Jérômes Hofbaumeister, der Ingenieur Grandjean de Montigny, hatte im Schloss eine Art Zentralheizung einbauen lassen, kupferne Röhren waren unter dem Fussboden verlegt worden. Man hatte in dieser Nacht so eingeheizt, dass die Heizröhren glühten. Diese setzten die Holzböden in Brand, zuerst im an der Fulda gelegenen Schlossflügel.


Das landgräfliche Schloss

Die Temperatur lag bei minus 20 Grad, so dass sich die Löscharbeiten sehr schwierig gestalteten, da die Spritzen einfroren. Am Morgen war ein Drittel des Schlosses total zerstört. Weder unter Jérôme noch unter den hessischen Kurfürsten gelang der Wiederaufbau. 1816 ließ Kurfürst Wilhelm I. die Trümmer beseitigen, um einen gewaltigen Neubauplan verwirklichen zu lassen - die Chattenburg. Die Arbeiten blieben jedoch in den Anfängen stecken.