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  Geschichtliches, Stadtteile: Oberzwehren
Die erste Erwähnung eines Dorfes Mattenberg findet man in einer Urkunde vom 1074, von "Thveren Superior" schreibt der Erzbischof von Mainz 1196.
Um 1257 wird die Oberzwehrener Kirche dem Zisterzienserinnen-Kloster in Nordhausen unterstellt.
Im Jahre 1582 hat das Dorf 135 Bewohner. Beim Bau der Kaskaden um 1705 leisten die Bauern "Hand- und Spanndienste".
1824 wird die alte Kirche durch einen Neubau ersetzt (heutige Thomaskirche), 1846 wird an der Kirchhofsmauer das erste Schulgebäude errichtet.


Oberzwehren, Thomaskirche (heute)

1898 begann man nördlich von Oberzwehren mit dem Aufbau eines "Pomologischen Gartens", der späteren "Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau". Dieser wurde nach 1950 eine Fachschule zur Ausbildung von Gärtnermeistern angegliedert.

Im Jahre 1886 wird in Oberzwehren eine Wasserleitung verlegt, elektrischer Strom stand ab 1913 zur Verfügung.
1936 wird Oberzwehren zusammen mit Harleshausen, Wolfsanger, Waldau, Niederzwehren und Nordshausen in die Stadt Kassel eingemeindet. Oberzwehren hat zu diesem Zeitpunkt 2522 Einwohner.

Im gleichen Jahr wird am Mattenberg mit dem Bau einer Wohnsiedlung begonnen. Hier sollten die Beschäftigten der neugegründeten "Henschel Flugmotoren GmbH" in Altenbauna eine Wohnung finden.
Nachdem bereits seit 1928 eine Omnibusverbindung nach Kassel bestand, erfolgt 1941 der Anschluß an das Straßenbahnnetz der Kasseler Verkehrsgesellschaft.

Am Mattenberg wird 1959 die katholische Kirche "St. Nikolaus von Flüe" und 1961 die evangelische Stephanuskirche geweiht.

Der Bau der Brückenhofsiedlung beginnt im Jahre 1966. 1971 wird das Hallenbad Süd eröffnet.
In der Brückenhofsiedlung entsteht 1975 das berufliche Schulzentrum des Landkreises Kassel, die "Willy Brandt-Schule". 1977 wird der Neubau der Gesamtschule, die "Georg August Zinn-Schule" eingeweiht.

Der alte Ortskern mit seinem ehemals ländlichen Ortscharakter war für die Entwicklung des Stadtteils nicht prägend. Die Unterbringung von vielen Menschen, die hier leben und auch im Nahbereich vorwiegend im sekundären Sektor arbeiten sollten, hat im Vergleich zur alten Ortslage vor allem im Brückenhof eine befremdliche Maßstäblichkeit gefunden.
Bereits ab 1937 wurde mit der Besiedlung des Mattenbergs begonnen (Wohnungen für Arbeiter der Flugmotorenwerke Henschel, danach ein Barackenlager für Zwangsarbeiter und nach 1949 für Obdachlose geschaffen, das 1968 aufgelöst wurde). Am Mattenberg findet sich überwiegend einfach ausgestatteter Geschoßwohnungsbau. Niedrige Mieten für geringen Wohnstandard: (Kohle-) Ofenheizung, ohne separates WC, ohne Wärmeschutzverglasung, schmale Erschließungsstraßen mit nur wenigen Garagen und ohne separate Stellplätze. Die Wohnungsbaugesellschaften haben begonnen, die Wohnungen Zug um Zug zu modernisieren und heutigen Wohnstandards unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten sowie der Bewohnerinteressen anzupassen.

Die Siedlung Brückenhof entstand in den späten 60iger bis Mitte der 70iger Jahre in Betonplattenbauweise als neuer Stadtteil. Mit Mitteln des sozialen Wohnungsbaus sind in den vier- bis dreizehngeschossigen Gebäuden 1.839 Wohnungen, 539 Garagen und ca. 2.000 Parkplätze sowie ein Ladenzentrum entstanden.


Brückenhof

Trotz differenzierter sozialer Infrastruktur ist zu Recht von überforderten Nachbarschaften zu sprechen: Arbeitslosigkeit, Haushalte, die auf Transferleistungen angewiesen sind, eine hohe Konzentration von Spätaussiedlern, von Einwohnern ausländischer Herkunft, von Flüchtlingen z.B. aus Eritrea, Schulklassen, mit vielen Kindern, die nicht fließend deutsch sprechen bzw. verstehen können, Verwahrlosungserscheinungen, eine große Zahl junger Menschen, häufig ohne Heimatgefühl, eine hohe Jugenddelinquenzquote, hoher Wohnungsleerstand im Zusammenhang mit dem Auszug von Familien/Haushalten höherem/sicheren Familieneinkommen sind als Indikatoren zu benennen. Die Attraktivität dieses Siedlungsbereichs hat nachhaltig gelitten.

Quellen:
http://www.sozialestadt.de