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  Geschichtliches, Stadtteile: Unterneustadt
Der Stadtteil Unterneustadt ist nach der im 2. Weltkrieg völlig zerstörten Altstadt der zweitälteste Kasseler Stadtteil.
Er wurde 1283 als eigene Stadt planmäßig angelegt. Das Zentrum war später der Holzmarkt mit einer Kirche auf dem Unterneustädter Kirchplatz, die der heiligen Maria Magdalena (Magdalenenkirche) geweiht war. Das Rathaus stand am Markt- und Kirchplatz.
Wie alle Neugründungen von Städten zu dieser Zeit hatte die Unterneustadt ein eigenes Gemeinwesen und eine eigene Gerichtsbarkeit mit einem Schöffenkolleg von sechs Schöffen.
1378 erfolgte im Rahmen des Steuerstreits (siehe Landgraf Hermann) die Zusammenlegung mit den beiden anderen Städten Freiheit und Altstadt zu einem einzigen Gemeinwesen.
Die Grenzen der Unterneustadt wurden im Lauf der Zeit mehrmals erweitert.

Im 2. Weltkrieg wurden die an der Fulda liegenden Stadtteile und damit auch die Unterneustadt am 17. Mai 1943 erneut von einem starken Hochwasser heimgesucht, nachdem die Staumauer des Edersees um kurz vor 2 Uhr durch einen britischen Fliegerangriff zerstört wurde, worauf sich rund 160 Mio. m³ Wasser durch das Eder- und Fuldatal über Kassel nach Norden in die Weser und damit zur Nordsee ergossen.
Die Unterneustadt wurde beim Bombenangriff in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1943 nahezu vollständig zerstört.

Der durch den 2. Weltkrieg zerstörte Bereich der Unterneustadt, der sich südlich der Fuldabrücke befand, wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut; dieser wurde 1950 in einen Messeplatz umgewandelt, auf dem bis Anfang 1997 alljährlich verschiedene Volksfeste und Messen sowie Zirkusse stattfanden, unter anderen der Zissel, Kassels ältestes und größtes Volksfest.

Ab 1997 wurde im Bereich des ehemaligen Messeplatzes, der sich seit 1950 südlich der Fuldabrücke befand, ein modernes Wohnviertel errichtet. Auf der daran angebundenen Karl-Branner-Brücke können Fußgänger und Radfahrer über die Fulda in den Stadtteil Mitte gelangen. Der Messeplatz wurde auf die Schwanenwiese verlegt, die sich in einer Flutmulde der Niederung der Fulda direkt südwestlich neben dem Platz der Deutschen Einheit befindet.