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  Geschichtliches, Stadtteile: Waldau
Die Dorfschaft Waldau gehört zu den älteren urkundlich erwähnten Ansiedlungen um Kassel.
Anfang des 15. Jahrhunderts wurde mit dem Bau einer Wasserburg begonnen, ihr Zweck ist jedoch nicht eindeutig bestimmbar. Es handelte sich warscheinlich um eine landgräfliche Burg - vermutlich jedoch nicht sehr prunkvoll, mehr ein Wohnhaus - umgeben von einem Wassergraben.
Auf den Mauerresten wurde 1728 ein Jagdadjudantenhaus, ein Hundehaus und eine Falkneranlage errichtet.
Von dieser Zeit an war Waldau der Ausgangspunkt großer Hofjagden in die Söhre und den Rheinhardswald.


Försterhof um 1920

Heute ist von den alten Anlagen nur noch der Försterhof vorhanden, die Wassergräben wurden zugeschüttet.
1936 wurde Waldau in die Stadt Kassel eingemeindet.

Der Waldauer Flugplatz
Anfang des 20. Jahrhunderts entstand auf dem Forst, vor den Toren Waldaus, ein Flugfeld. Der traditionelle Deutschlandflug führte 1912 über Kassel-Waldau.


Flugplatz 1930

1924 eröffnete der Flugzeugkonstrukteur Dietrich auf dem ehemaligen Exerzierplatz Waldau sein "Unternehmen Dietrich-Gobit-Luftverkehrsgesellschaft" und erbaute dort die erste Werkstatt, im gleichen Jahr entstand die erste Flugzeughalle und am 24. August 1924 wurde der Flughafen Kassel in Waldau eröffnet.
Ende 1925 gründeten die Kunstflieger Antonius Raab und Kurt Katzenstein die "Raab-Katzenstein-Werke". Sie richteten eine Fliegerschule ein, betrieben eine Luftbildabteilung und organisierten Flugtage. In ihrem Werk wurde die "Schwalbe" und später der "Pelikan" und die "Grasmücke" gebaut. Unter den Nationalsozialisten gerieten sie jedoch in Schwierigkeiten, da sie sich weigerten, für das Militär zu produzieren. 1933 ging Raab ins Ausland und baute 1935 in Athen ein neues Werk.
Der neue Mann in Waldaus Fluggeschichte wurde Gerhard Fieseler, der Kunstflugweltmeister wurde und sein Werk zu einem bedeutenden Unternehmen ausbaute. Gerhard Fieseler erhält Aufträge vom Reichsluftfahrtministerium. Die Fieseler Werke beginnen 1936 mit der Produktion der "Fi 156" (Storch) und in Lizenz der "Me 109" (Messerschmidt Jagdflugzeug) und werden 1938 mit nunmehr 5300 Arbeitskräften als "NS-Musterbetrieb ausgezeichnet. Am 29.3.1944 wurde Gerhard Fieseler als Betriebsleiter abgesetzt, da die geforderten Produktionszahlen nicht erreicht wurden.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Flugplatz als Militärflugplatz von der US-Airforce genutzt und wurde am 27.4.1955 wieder freigegeben. Mit den Neubau des Flughafens Kassel-Calden endet die Geschichte des Waldauer Flughafens.
An Stelle des Flugplatzes entstand der Industriepark Waldau.

Die Kirche in Waldau
Schon zu Beginn des 11.Jahrhunderts muß eine Kirche im Ort gestanden haben. Dies geht aus einem in der Kirchenwand eingemauerten Stein hervor, der die Gestalt eines Schachbrettfrieses hat. Es wurden auch Fundamentreste eines alten Kirchenbaues an der Südseite des heutigen Kirchenschiffs gefunden.

 

Am 10. April 1945 wurde der obere Teil des Kirchturms durch ein durch Brandstiftung verursachtes Feuer vernichtet. Beim Wiederaufbau, der 1951 abgeschlossen wurde, erhielt der Turm eine einfache Sattelhaube mit einem Kreuzsymbol.


Kirche Waldau (heute)

Die Wohnstadt Waldau
1963 fiel der Startschuss für die Errichtung der Wohnstadt Waldau. Auf ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Flächen baute man eine Neubausiedlung für 6000 Menschen.